Corona-Virus setzt dem Projekt stark zu/ Geldspenden dringend benötigt

Die KLJB Stavern spendet 1.000 Euro an den Arbeitskreis (AK) Peru der KLJB im Bistum Osnabrück, um das peruanische Projekt zu unterstützen. Vor über 40 Jahren wurde eine Partnerschaft zwischen der KLJB Stavern und einem Projekt in Peru aufgebaut und ist heute zu einer langen Freundschaft und einem festen Arbeitskreis der Katholischen Landjugendbewegung im Bistum Osnabrück geworden.

Franz und Regina Riedel sind der Ursprung der Partnerschaft und kommen gebürtig aus dem Emsland, Regina stammt selbst aus Stavern. Nachdem die heute über 80-Jährigen vor über 40 Jahren nach Peru auswanderten, bauten sie eine Organisation zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen in einer entlegenen Gegend des Andenhochlands in Peru auf. Seitdem unterstützte zunächst die KLJB Stavern und später der gesamte KLJB-Diözesanverband das Ehepaar in ihrer sozialen Arbeit.

Die Pflege der Partnerschaft übernimmt der AK Peru der KLJB im Bistum Osnabrück, in dem KLJBler*innen sich zum einen mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Peru austauschen, die peruanischen Kultur kennenlernen und die Lebenssituation in Peru in den KLJB-Ortsgruppen bekanntmachen. Zum anderen wird die Partnerorganisation, die von Regina und Franz Riedel gegründet wurde, das PEJ (PROGRAMAS DE EMPLEO Y JUVENTUD), finanziell unterstützt.

Zurzeit werden in dem Projekt unterschiedliche Themen bearbeitet, die Infrastrukturen schaffen sollen, um in der entlegenen Region möglichst selbstständig und unabhängig von der städtischen Versorgung handeln zu können. Beispielsweise finden pastorale Aktivitäten mit den Kindern in der peruanischen Gemeinde Pulpera statt. In der Zusammenarbeit mit Schulen werden Schüler*innen zu Schüler*innenvertreter*innen (SV) ausgebildet. Sie haben in den peruanischen Schulen ein hohes Mitspracherecht, auch gegenüber den Lehrkräften. Außerdem werden eine Art Schulgemeinschaftstage mit den Klassen durchgeführt, bei denen die Schüler*innen an ihrer Werte- und Persönlichkeitsentwicklung arbeiten.

In den Schulen werden durch das Projekt Gewächshäuser gebaut und gepflegt, damit die Familien im Ort mit frischen Lebensmitteln kochen können. Dazu werden den Eltern durch das Projekt auch Ernährungs- und Kochkurse angeboten. Außerdem werden Lehrer*innen und Eltern in der Naturheilkunde weitergebildet, sodass auch selbst Salben, Tinkturen, Säfte usw. hergestellt werden können.

Aber auch die Coronazeit setzt dem Projekt schwer zu: „In Peru sind zurzeit die Schulen geschlossen und der Unterricht wird über das Radio vermittelt. Auch eine baldige Entspannung ist nicht in Sicht, sodass die Kinder und Jugendlichen wohl bis Ende des Jahres nicht wieder in den Schulen gehen können. Der Unterricht über das Radio ist meistens nur auf Grundschulniveau und deshalb lernen gerade Jugendliche kaum etwas. Viele spielen daher mit dem Gedanken die Schule abzubrechen, um in der Zwischenzeit Geld für die Familien verdienen zu können. Das hätte natürlich verheerende Folgen!“, erklärt Stephanie Brinkmann, selbst Mitglied der KLJB in Handrup, aus dem Arbeitskreis Peru.

Die Partnerorganisation versucht mit einem zusätzlichen Projekt, was übersetzt „Ich produziere Zuhause“ heißt, dem entgegenzuwirken und den jungen Menschen eine Perspektive und Übergangslösung zu bieten. Dazu werden drei Kurse im Bereich Backen, Stricken und dem Herstellen von Naturmedizin angeboten. Mit dem Verkauf der hergestellten Produkte erhalten sie ein kleines Zusatzeinkommen für die Familie.

„Dieses Projekt hat großen Zulauf und viele Jugendliche wollen sich beteiligen. Allerdings sind die Mittel vor Ort stark begrenzt, um zum Beispiel Zutaten und Materialien zur Verfügung zu stellen. Da sind wir froh, dass wir mit unseren Spenden direkt helfen können.“, sagt Alina Garwels aus Bockholte und ebenfalls Mitglied im Arbeitskreis.

Deshalb freut sich der AK über jede finanzielle Unterstützung, insbesondere durch KLJB-Ortsgruppen.

Sebastian Pünter aus dem KLJB-Diözesanvorstand freut sich über die Spende: „Es ist toll, dass die KLJB Stavern auf uns zugekommen ist und unseren Arbeitskreis mit dem Projekt in Peru unterstützen will. Wir möchten uns ganz herzlich bei ihnen bedanken. Vielleicht animiert es weitere Ortsgruppen und macht viele auf unsere Zusammenarbeit mit Peru aufmerksam. Wir wissen, dass das Projekt die Spende gut gebrauchen kann!“

Die KLJB Stavern erarbeitete sich die Spendensumme durch die alljährliche Tannenbaumaktion. Anfang Januar fahren traditionell Landjugendgruppen durch die Orte und sammeln die ausgedienten Tannenbäume aus der Weihnachtszeit gegen eine kleine Aufwandsentschädigung ein. Trotz der Corona-Pandemie war auch die Landjugend aus Stavern nach Dreikönige mit Treckern, Autos und Anhängern im Ort unterwegs. In diesem Jahr musste natürlich stark auf die Abstände und Hygienebedingungen geachtet werden, da Deutschland zu der Zeit noch mitten im Lockdown steckte. Das machte die Aktion umso herausfordernder, da mit viel weniger Helfer*innen die gleiche Anzahl an Bäumen gesammelt wurden. Die Einnahmen der Aktion werden häufig für einen gemeinnützigen Zweck gespendet. Bei der diesjährigen Aktion der KLJB-Ortsgruppe Stavern kamen über 1.000 Euro zusammen, die jetzt an den AK Peru gespendet wurden.

Aurelia Schillingmann und Sebastian Pünter sind neue KLJB-Diözesanvorsitzende

 Vom 13. – 14.03.2021 fand die Diözesanversammlung der KLJB im Bistum Osnabrück natürlich coronabedingt digital statt. Trotz der vielen Videokonferenzen, die viele bereits im Beruf, in der Schule oder im Privatleben haben, waren über 60 KLJBler*innen zwei Tage voll motiviert dabei. Der Diözesanvorstand streamte die Konferenz mit einem strengen Hygienekonzept aus dem Marstall Clemenswerth in Sögel, um mit den Mitgliedern über Aktionen, Anträge und Wahlen zu diskutieren.

Neben den Versammlungselementen wurden die Teilnehmer*innen in vier Workshops aktiv. So erlernte eine Gruppe, wie sich Jugendarbeit neu denken lässt und mit welchen Tools sich Aktionen innovativ umsetzen lassen. Eine weitere Workshopgruppe beschäftigte sich mit Plastikverbrauch und -alternativen und wurde im up- und recyclen tätig. Die dritte Gruppe tauschte sich über die anstehenden Kommunalwahlen aus. Im letzten Workshop ging es um das Thema Öffentlichkeitsarbeit. Dabei erlernten die Teilnehmer*innen, worauf sie im Umgang mit Presse oder im Bereich Social Media achten sollten.

Der Versammlungsteil wurde auf beide Wochenendtage aufgeteilt. Zu Beginn wurde auf das vergangene Jahr zurückgeschaut. Obwohl die Situation rund um das Coronavirus der Jugendarbeit schwer zusetzte, konnte sich über die vielen kleinen, coronakonformen und neuen Ideen und Aktionen gefreut werden. Außerdem wurde ein Ausblick auf das kommende Jahr gegeben, in dem hoffentlich viele Highlights nach der überstandenen Pandemie anstehen werden.

Viele spannende Diskussionen gab es bei den Anträgen, die über die zukünftige Ausrichtung der KLJB im Bistum Osnabrück entscheiden. Ein Antrag bezog sich z. B. auf die im Herbst stattfindenden Kommunalwahlen. Die Arbeitsgemeinschaft Politik und Gesellschaft ruft alle KLJBler*innen und jungen Menschen außerhalb des Verbandes dazu auf, nicht nur im September wählen zu gehen, sondern vor allem selbst zu kandidieren. Denn das Motto ihrer Kampagne lautet „VerantwortJUNG – Politik braucht junge Leute“.

Des Weiteren wurde der Arbeitskreis Agrar damit beauftragt im kommenden Jahr ein landwirtschaftliches Leitbild der KLJB Osnabrück zu erarbeiten, um sich im Bereich Landwirtschaft zu positionieren und dem Thema einen größeren Stellenwert in der Jugendverbandsarbeit zu geben.

Am Sonntag standen die Wahlen des Diözesanvorstandes auf der Tagesordnung. Heike Clasemann und Heike Wilkens beendeten ihre Amtszeit nach jeweils zwei Jahren. Sie wurden bereits am Samstagabend gebührend im Rahmen eines gestreamten Gottesdienstes vom Diözesanteam und den Mitgliedern verabschiedet.

Nun komplettieren Sebastian Pünter aus der Ortsgruppe Gehlenberg-Neuvrees und Aurelia Schillingmann aus der Ortsgruppe Berge den Diözesanvorstand.

Insgesamt zieht der Vorstand ein überaus positives Fazit der Diözesanversammlung: „Wir sind sehr glücklich so engagierte Mitglieder zu haben. Trotz der Coronapandemie und der Online-Konferenz, die natürlich auch sehr anstrengend vor dem heimischen Bildschirm werden kann, haben sich alle beteiligt und stark diskutiert. Das spiegelt sich auch in unserem diesjährigen Motto wieder: Stark als WIR. Es zeigt, dass wir ein starker Verband sind und uns auch eine Pandemie wenig anhaben kann.“, so Anke Trecksler, 1. Diözesanvorsitzende.